Art Pipe Braunschweig

Art Pipe Braunschweig

„Kunst zu verstehen ist manchmal mindestens eine so große Kunst, wie sie zu schaffen.“
(Harald Schmid)

Die Überlegung das St. Leonhard zu einer Kunstgalerie umzugestalten gründet sich zunächst im Ergebnis einer Analyse des Standorts Braunschweigs als Zentrum einer dicht besiedelten Region mit einem weitreichenden Potenzial an kulturell Interessierten, vor Allem aber aufgrund der Lage des St. Leonhard in Braunschweig selbst, welches, in der belebten Innenstadt liegend, durch die Nähe zur Stadthalle und den umliegenden Hotels, ein attraktives und gut erreichbares Ziel für den Besucher darstellt.

Die Schaffung einer Kunstgalerie für Wechselausstellungen bietet die Möglichkeit die historische Bausubstanz ohne wesensverändernde Maßnahmen, wie auch
die wechselhafte Geschichte der Liegenschaft der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, welche zudem den Anfordernissen des Denkmalschutzes und dem Gegebenheiten des Stadtbildes Rechnung trägt, aber gleichzeitig eine Annäherung an das Tageslichtmuseum sucht.
Die zu errichtende Raumstruktur ist sowohl für die Wegeführung, insbesondere aber für die Lichtgestaltung entscheidend.

Das Objekt, das lediglich zwei Treppengänge besitzt, bietet zwei Varianten der Wegeführung. Diese Limitierung der Möglichkeiten ist eine durchaus gewollte Folge der Konstruktion, die dem Besucher nicht nur den Eindruck eines Tunnels vermittelt, sondern auch eine einfache Wegeführung ermöglicht.
Zudem spielen die Tunnelwände bei der Lichtgestaltung eine herausragende Rolle, da sie, für einen Mehrgeschossbau untypisch, die Tageslichteinstrahlung in beide Stockwerke erlauben. Dies ist, um dem Ideal eines Tageslichtmuseums näherzukommen, förderlich, jedoch auch eine lichttechnische Herausforderung.
Reines Tageslicht gewährleistet allerdings keine einheitliche und stabile Beleuchtung, sodass es partiell des Einsatzes von künstlichem Licht bedarf, um die erforderlichen Lichtverhältnisse zu ermöglichen.
Zusätzlich kann das Tageslicht durch bewegliche Lamellen oder Versprossung der Oberlichter reguliert werden. Andererseits wird das künstliche Licht mittels des DALI-Systems gesteuert, welches selbständig die angebrachten LED-Leuchtmittel an die herrschenden Lichtverhältnisse anpasst um die erforderliche Beleuchtung der Ausstellungssücke zu ermöglichen.